Just Freitags – Kalmen Rossbreiten

onetwothree presents Kalmen Rossbreiten at Just Freitags. A combination of visual art, performance and music this is a unique experience that we are excited to bring to you.

For one night only at onetwothree from 19:00 – 22:00

Kalmen Rossbreiten arbeitet an der Schnittstelle zwischen Unterhaltungsmusik und bildender Kunst (Deshalb spielt er auch Konzerte in Ausstellungsräumen). In seinen Performances verwendet der Bremer vorgefertigte Kassetten mit gefundenen Aufnahmen, live eingespielte Loops, analoge und elektrische Instrumente und Rückkopplungen, um einen Sound zu kreiren, der gleichwohl mitunter fordernd doch immer komensurabel und in gewisser Weise genießbar bleibt. Es geht Kalmen Rossbreiten eher selten darum, sein Publikum zu verstören oder gar zu vergraueln, sondern eher darum, es durch eine narrative Klangwelt zu führen, die in aller Abstraktion doch gerade auch nach Schönheit strebt.


In diesem Jahr erschien mithilfe der beiden Underground-Label StereoDasein und licht-ung Rossbreitens Debüt-LP in einer limitierten Auflage von 102 Stück. Jedes Exemplar stellt dabei ein Unikat dar, da sowohl das goldmamorierte Vinyl, als auch die vom Enscheder Künstler Elias Lichtblick gesiebdruckten Cover je einzigartig sind. Die von Rossbreiten selbst geferigte Vorlage für den Siebdruck (Öl auf Leinwand) wird den Mittelpunkt der Ausstellung darstellen, die am 2. Dezember im Experimentel Art Space OneTwoThree im Steffensweg 123 in Bremen-Walle zu sehen sein wird. Gerahmt wird sie von Fotographien der Künstlerin Sebastian Dole sowie Bildern von Rossbreitens Tochter Ronja Furian, mit denen Rossbreiten in Vergangenheit und Zukunft zusammengearbeitet hat und haben wird.


Die Künstlerin Sebastian Dole, selbst von einer Farbsehschwäche betroffen, bedient sich in ihren Arbeiten eines diffizielen Spiels mit Farbpartikeln. Weiß man um den Hintergrund ihrer Entstehung, eröffnen ihre Fotographien den Raum, für die Frage, ob eine Differänz im Derridaschen Sinne allein auf das Phänomen der (gesprochenen) Sprache beschränkt ist. Oder anders: Es wird ersichtlich, dass es auch im Visuellen eine solche gibt. Die poststrukturalistische Theorie hat den Textbegriff dahingehend erweitert, dass auch Bilder als Texte lesbar sind. Ihren Sinn ziehen auch sie nicht aus einem Vordiskursiven, auf das sie vermeintlich verweisen, sondern vielmehr aus ihrem Bezug zu anderen Zeichen und Bildern. Die Bilder Sebstian Doles konfrontieren nicht nur mit der Einsicht, dass was zu sehen ist, nicht das ist, was zu sehen gemeint wird, sondern stellen auch die Frage, welchen Sinn wir einem Farbeindruck allein aufgrund unseres dichotomischen Denkens zuweisen. Die Konstruiertheit des Konzepts Farbe wird so erfahrbar.


Ronja Furian (*2014) beschäftigt sich seit etwa einem Jahr mit abstrakter Malerei. Ihre jüngsten Arbeiten entstanden mithilfe starker, nachhaltiger Fingerfarben, die sie in dicken Schichten, Junk-Food-Soßen gleich über Papierbögen verteilt, mit Pinseln verstreicht und so zu intensiven, marmorierten Mustern verdichtet. Ob ihrer Dicke zerspringen die Farben mitunter an ihrer Oberfläche und verweisen so darauf, dass es sich hierbei nicht allein um ästhetische Studien handelt, sondern auch um den authentischen Ausdruck der Zerrissenheit frühester Lebensphasen.

Desweiteren wird es eine musikalische Performance Kalmen Rossbreitens geben. Die Künstler*innen sind anwesend.

Eine weitere Ausstellung der gezeigten Werke – ebenfalls zusammen mit einer Performance – ist für den 16. Dezember in der Bremer Neustadt geplant. Für Höreindrücke und weitere Informationen:

https://soundcloud.com/kalmen-rossbreiten

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